„Was soll das bringen Schuld? Es reicht, dass es überhaupt passiert ist. Es reicht darüber hinwegkommen zu müssen. Nur so viel können wir von uns verlangen. Das ist genug.“ Ein Zitat aus dem Film „Die Gärtnerin von Versailles“
Oft quälen uns Schuldgefühle neben der Traurigkeit. Weil vielleicht etwas ungesagt blieb, was uns doch so wichtig ist, weil wir vielleicht im Streit auseinander gegangen sind, weil wir diejenigen sind die noch am Leben sind, weil wir trotz dem wir doch unseren geliebten Menschen so schmerzlich vermissen, lachen und wir fröhliche und ausgelassene Momente erleben usw.….
Das Zitat aus dem Film ist mir sofort hängen geblieben. Es ist wahr, es reicht dass es passiert ist, und es reicht, dass man darüber hinwegkommen muss.
Was machen Schuldgefühle? Warum spürt man sie trotzdem?
Ganz allgemein sind meine Gedanken zur Schuld, dass wir sie nur spüren, wenn wir etwas sehr bedauern. Und bedauern können wir nur etwas, wenn uns die Person, der wir vielleicht unangemessen begegnet sind, wichtig und wertvoll ist. Danach kommt die Hoffnung oder auch die Entscheidung, unser Verhalten nicht noch einmal zu wiederholen. Und meistens entschuldigen wir uns dann für unser Verhalten, das wir so sehr bedauern. Aber wie kann ich das bei jemanden tun, der nicht mehr da ist? Es besteht die Gefahr, dass das Schuldgefühl einen regelrecht auffrisst und uns bewegungslos und handlungsunfähig macht. Das neben dem Schuldgefühl sich auch noch andere Gefühle gesellen, die da eigentlich nichts zu suchen haben. Wie z.B. die Gefühllosigkeit, Gleichgültigkeit, Zorn, Verbitterung, Scham, Angst…
Wie kannst du mit deinen Schuldgefühlen umgehen? Was kannst du tun, damit sie kleiner werden oder gar verschwinden?
Ich glaube, nein ich weiss, dass unsere geliebten Menschen uns schon längst verziehen haben. Sie wissen wie sehr wir sie lieben, auch wenn unsere letzten Worte vielleicht ein Streit war. Und ja, sie wollen, dass es uns verdammt noch eins gut geht!
Hast du dich einmal gefragt, was du dir für deine Liebsten wünschen würdest, wenn du nicht mehr hier wärst? Wenn du morgen nicht mehr am Leben wärst? Wenn die Situation genau umgekehrt wäre?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass du deinen Kindern, Partner, Freunden, Eltern aus tiefsten Herzen nur das Beste wünschen würdest! Dass sie glücklich sind, Freude am Leben haben, all die Dinge tun worauf sie Lust haben und womit sie glücklich sind! Sie aus dem Bauch heraus lachen bis der Muskelkater einsetzt und ihnen die Tränen kommen und sie sich ihre Wünsche erfüllen die sie haben. Dass sie ihr Leben leben!
Das heisst für dich, solltest du zu den Menschen gehören, die sich in irgendeiner Form schuldig fühlen – verzeihe dir vor allen Dingen selbst!
Überlege einmal ob deine Schuldgefühle wirklich berechtigt sind?
- Bist du es nicht wert, dass du weiterleben darfst?
- Liebst du deinen geliebten Menschen weniger, nur weil du mit ihm gestritten hast?
- Würde dein geliebter Mensch verbieten, dass du lachst und glücklich bist?
Nein? – prima! Dein geliebter Mensch nämlich auch nicht!
Aber was tun, wenn das zwar alles mein Kopf weiss, aber mein Herz da irgendwie nicht hinterherkommt? Wenn ich den tiefen Wunsch verspüre mich zu entschuldigen, wenn ich etwas klären möchte….?
Es gibt die Möglichkeit, dich mit dem Gefühl deiner Schuld auseinander zu setzen und um Verzeihung zu bitten und auch dir selbst zu vergeben.
Bevor es losgeht:
Kannst du mit der Erdungsmeditation beginnen. Und das Wichtigste sorge gut für dich!
Zünde eine Kerze an, koche dir einen Tee, lege Taschentücher, Stift und Papier bereit.
Schreibe einen Brief
Schreibe nun deiner geliebten Person einen Brief mit all dem, was dich belastet, was ungesagt geblieben ist, wofür du um Verzeihung bitten möchtest. Nimm dir dafür Zeit und lass dein Herz sprechen.
Vielleicht spürst du schon während du schreibst, dass Gedanken auftauchen, die wie eine Antwort für dich klingen. Schreibe auch diese auf.
Du kannst wirklich alles aufschreiben was dir in den Sinn kommt. Situationen, Momente, alles was dein Herz belastet darf über das Schreiben aus dir fliessen.
Ho`oponopono – das Vergebungsritual
Das Ho`oponopono ist ein hawaiiianisches Vergebungsritual und bedeutet übersetzt „die Dinge wieder richtigstellen“. Es geht darum anzunehmen, zu entschulden, zu verzeihen, zu vergeben und zu versöhnen
Da wir mit allem verbunden sind – denn alles ist Energie – ist das Ho`oponopono eine wunderbare Möglichkeit. Du übernimmst damit Verantwortung und das wiederum wirkt sich heilsam auf die Gesamtsituation aus. Denke an das Bild vom Stein, der ins Wasser geworfen wird.
Setze dich nun in Ruhe hin, schliesse die Augen. In Gedanken bist du bei der Situation, bei der Person, bei der du dich entschuldigen und um Verzeihung bitten möchtest. Sage nun folgendes vor dich auf:
„Ich habe dir liebe(r) …. willentlich oder unwillentlich Schaden zugefügt.
Es tut mir leid
Bitte vergib mir
Ich liebe dich
Ich danke dir
Ich nehme deine Vergebung dankbar an, damit wir beide frei sind.“
Wiederhole diese Sätze immer wieder und spüre nach wie sich dein Stresswert verändert.
Du kannst dieses Ritual jederzeit wiederholen, wenn dir danach ist.
Noch eine kurze Erklärung zu den einzelnen Sätzen.
Es tut mir leid
Ich bereue und entschuldige mich.
Bitte vergib mir. – Ich vergebe mir.
Ich verzeihe mir, weil ich mich schuldig fühle. Die innere Bereitschaft zählt, und der Wunsch zu vergeben und anzunehmen was ist.
Ich liebe mich. – Ich liebe dich.
Ich respektiere mich, und ich respektiere dich. Ich liebe mich mit all meinen Schwächen und nehme mich an. Ich habe vertrauen in mich. Liebe ist die einzige und grösste Kraft im Universum, sie kann heilen und transformieren. Auch hier ist die innere Haltung, das was du mit dem Satz aussendest, wichtig.
Danke.
Ich danke für die Transformation. Ich danke für die Erkenntnis. Ich erlaube die Heilung. Ich danke für das Wunder. Ich danke für mein Leben.
Du darfst nun abgeben und darauf vertrauen, dass deine Worte dort ankommen wo du sie gehört haben möchtest. Dort wird mit Liebe darauf geantwortet.
Lausche in dich hinein, wie es dir nach diesem Ritual geht und welche Gedanken und Gefühle in dir auftauchen.
Noch ein abschliessendes Ritual
Du hast deinen Brief geschrieben, du hast das Vergebungsritual gemacht und nun darfst du alles noch in einem abschliessenden Ritual zum Ende bringen.
Nimm deinen Brief und gehe in die Natur, nehme eine feuerfeste Schale mit. Nimm dir Zeit und sei mit den Gedanken noch einmal bei deiner geliebten Person. Zünde deinen Brief anschliessend an und übergebe ihm dem Element Feuer. Beobachte wie deine Worte, dein Brief sich durch das Feuer verändern und auflösen darf. Es macht Platz für etwas Neues, es darf leichter werden. Durch das verbrennen werden deine Gedanken transformiert. Vertraue darauf, dass deine Worte und Gedanken deine geliebte Person erreichen werden.
Spüre in dich und lausche. Vielleicht hörst du eine innere Stimme die dir antwortet.
Dieser Weg kann viele Emotionen hochholen. Sei also bitte achtsam mit dir und tue nur dies, was dir im Moment möglich ist! Das kann sein, dass schon das schreiben des Briefes ausreicht. Das ist völlig in Ordnung. Du gehst deinen Weg in deinem Tempo! Und du wirst spüren, wann der nächste Schritt gegangen werden darf.
Wenn du dabei gerne begleitet und unterstütz werden möchtest, dann melde dich bei mir. Ich bin gerne für dich da!
Alles Liebe für Dich
Deine Katharina
PS: Zur Ergänzung – es ist überhaupt nicht zwingend notwendig alle drei Möglichkeiten miteinander zu machen. Überlege dir einfach was dir gut tun würde.