Was ist das innere Kind? Und was hat das mit meiner Trauer zu tun?

Bevor ich konkret erkläre, was es mit dem inneren Kind auf sich hat, möchte ich kurz zur Vollständigkeit halber sagen, dass das innere Kind ein Persönlichkeitsanteil in uns ist. Jeder von uns hat viele verschiedene innere Anteile die wir im Laufe unseres Lebens entwickelt haben. Es gibt da beispielsweise noch:

  • den Kritiker,
  • den Beobachter,
  • Die Mutige/Starke
  • “Die weise Frau“ oder “den weise Mann“
  • hilfreiche Wesen

Es gibt wie gesagt noch viele andere Anteile die wir besitzen. Je nach unseren Erfahrungen und unseren Möglichkeiten wie wir auf die unterschiedlichen Situationen reagieren konnten. So wie wir auch gelernt haben damit umzugehen.

Aber das nur zur Vollständigkeit.

Nun möchte ich dich gerne etwas fragen.

Welche Gefühle kennst du in deiner Trauer?

  • Traurigkeit
  • Verletztheit
  • Wut
  • Schuld
  • Mutlosigkeit
  • Ohnmacht ……

Diese ganzen Gefühle erleben wir und können sie zumindest einmal einordnen, weil wir sie schon einmal in unserem Leben kennen gelernt haben. Irgendwann in unserer Kindheit. Wir mussten lernen damit umzugehen. Nun stellt sich die Frage ob wir gelernt haben damit auch immer angemessen umzugehen? Wie war das damals für dich? Hat dir jemand Trost gespendet? Oder bist du mit all deinen Gefühlen allein gelassen worden? Was hättest du dir damals vielleicht gewünscht? Versetz dich einmal in dein kleines inneres Kind und frage es, was es gebraucht hätte. Schreib deine Wünsche auf. Lese sie noch einmal durch und spüre einmal nach, ob es genau die Dinge sind, die dir jetzt auch gut tun würden?

Und schon sind wir mitten drin in der inneren Kind Arbeit.

Spüren wir in uns, so merken wir schnell, dass es das innere Kind auch mit ganz vielen verschiedenen Gefühlen gibt. Es gibt das ärgerliche, verletzte, traurige, fröhliche, unbeschwerte Kind.

Und warum ist das wichtig in der Trauer? 

Jeder von uns reagiert unterschiedlich und individuell auf Erlebnisse und Situationen denen wir ausgesetzt sind. D.h. sind wir als Kind in unserer Trauer aufgefangen worden, ernst genommen, liebevoll versorgt worden, so können wir das auch im Erwachsenenalter für uns selbst tun. Wir sorgen uns liebevoll um uns, wissen was wir brauchen und achten darauf, dass wir das bekommen und geben uns die Möglichkeit so zu heilen. Wir haben als Kind Möglichkeiten erfahren und können heute darauf zurückgreifen.

Ist das nicht der Fall gewesen, waren wir auf uns allein gestellt, durften wir keine Gefühle zeigen, wurden vielleicht ausgelacht oder beschimpft oder gar gehänselt. So kann es sein, dass wir ganz automatisch um seelisch zu überleben, unsere Gefühle ausgeschalten haben. Es war zu gefährlich Gefühle zu fühlen. Oder wir haben es allen Recht machen wollen um uns nicht mit uns selbst auseinander zu setzen.

Wie auch immer wir reagiert haben – es hat uns geprägt.

Aus diesem Grund macht es Sinn sich auch mit seinem inneren Kind zu verbinden und auseinander zu setzen. Die Wunden und Verletzungen sitzen tief und werden durch die erneute Trauer bedient. Wir reagieren dann so, wie wir es in unserer Kindheit gelernt und erfahren haben.

Die Verarbeitung des ersten und akuten Schmerzes (also noch vor der inneren Kind Arbeit) ist meiner Meinung nach der Beginn der Trauerarbeit. Hier geht es vor allen Dingen darum wieder den eigenen Boden zu spüren, Halt, Stabilität und Sicherheit wieder zu bekommen, die Möglichkeit Kraft zu schöpfen um die starken Gefühle von Trauer, Hoffnungslosigkeit, Verlorensein, Schmerz und Wut aushalten zu können. Hier kannst du nachlesen, warum es so wichtig ist sich zu erden.

Wenn ich an meinen eigenen Trauerweg zurück denke (ich rede nicht von der akuten Trauerphase, sondern der Zeit danach), hatte ich ganz oft das Gefühl mein inneres Kind verloren zu haben. Ich hab mein Lachen vermisst, meinen Humor, meine Fähigkeit im Hier und Jetzt zu leben. Ich hatte das Gefühl meine Lebensfreude und meinen Optimismus verloren zu haben. Das was Micha an mir geliebt hat, war auf einmal weg.

Ich wollte es wieder haben, ich wollte MICH wieder haben.

Ich fing also an, wieder mehr Kontakt mit mir und meinem inneren Kind aufzunehmen. Du kannst dich ja auch mal fragen:

Was braucht mein inneres Kind und somit ich als Erwachsene um zu heilen?

Wie kann ich mir liebevoll und fürsorglich begegnen?

Eine gute Möglichkeit dafür ist kreativ zu sein. Kinder malen wahnsinnig gerne. Sie malen alles! Vom Geburtstag, über den Zirkusbesuch bis hin zum Streit mit dem besten Freund. Alles was in irgendeiner Form ihre Seele und ihre Gefühle berührt wird über das Malen ausgedrückt und verarbeitet.

Lade dein inneres Kind doch einmal wieder ein zu malen, zu experimentieren und mit den Farben zu spielen. Trau dich! Damit sorgst du für dich und dein inneres Kind. Du wirst dadurch genährt und kannst wieder ein Stück mehr heilen, Freude empfinden und Spass haben.

Wenn man eigene Kinder hat, fällt es vielleicht sogar noch leichter. Sie erinnern einen an die eigene Kindheit, an das was Spass macht, und wenn man sich mitreissen lässt, macht es wahnsinnig viel Freude all das zusammen zu erleben. Zu spielen, zu malen, Quatsch zu machen, albern zu sein und zu lachen. Was unsere Kinder in ihrer Trauer natürlich genauso unterstützt und heilen lässt.

Wenn du auch deinen Humor, deine Lebensfreude und dein Lachen wieder finden und Kontakt zu deinem inneren Kind haben möchtest, dann melde dich hier bei mir.

Ich freu mich auf dich!

Alles Liebe

Katharina

 

PS: Mein Artikel Malen in der Trauer und Die Trauer hat viele Farben könnten dich auch interessieren

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